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Da ich gerne des Öfteren hobbymäßig zu meiner DSLR greife, bin ich angewiesen auf die Funktionsfähigkeit der Komponenten, Geld steht mir nicht im Überfluss zur Verfügung und so habe ich mich auf 2 Objektive beschränkt.

Und gerade mein Immerdrauf fing an, plötzlich Probleme zu machen. Das 17-85mm IS USM von Canon ist heute immer noch eine preiswerte Linse, hat aber mit einigen Konstruktionsfehlern zu kämpfen: Als Erstes fiel die Blende aus, diese ließ sich nur noch im Weitwinkel-Bereich einstellen, bei allen anderen Brennweiten versagte die Kommunikation und die Kamera zeigte den “Err 01”-Fehler an. In 99% der Fälle liegt das an einem Wackelkontakt, genauer einem Bruch des Flexkabels, welches durch die Zoom-Bewegung ständigem Abknicken ausgesetzt ist.

Darüber hinaus war auch eine korrekte Fokussierung nicht mehr möglich (Dieser Fehler ist aber vom Ersten nicht abhängig), der AF-Motor pumpte zwischen wenigen Fokuspunkten hin und her, ohne die Schärfeebene zu treffen. Ein kurzer Blick in die prominenteste Suchmaschine gab die Erkenntnis eines Defektes des Ultraschallmotors (Reparaturkosten 200€ aufwärts), doch als Hobbybastler gibt man nicht so schnell auf!

Es ging nichts daran vorbei, das Objektiv auseinanderzunehmen, hierzu habe ich hier leider keine Anleitung parat, da ich es nicht dokumentiert hatte.
Auf YouTube sind jedoch zahlreiche gute Videos hierzu zu finden, oder bebilderte Teardowns im Netz.
Eine neue Blendeneinheit habe ich auf Ebay für etwa 25€ erworben, das Flexkabel gibt es einzeln natürlich günstiger, wollte aber auf Nummer sicher gehen. (Die Blende ist durchwegs aus Plastik, das Entlöten und nochmals Löten habe ich mir aus Zeitmangel erspart, ist aber auch kein Problem)

Dennoch gibt es ein paar interessante Bauteile, man zerlegt ja nicht jeden Tag ein teures Objektiv. ;-)

Nachdem der hintere Teil (Bajonett und Fokusring) abgenommen wurde, kommt das Mainboard mit den Flexkabeln zum Vorschein:

 

Hier sieht man den Piezo-Ringmotor, mithilfe von Signalen im Ultraschall-Bereich überträgt der Motor die Wellenbewegungen der einzelnen Segmente als Drehbewegung auf den darunter liegenden Metallring. Das Problem, dass der Motor nicht mehr richtig fokussieren konnte, lag am Anpressdruck, ist dieser zu gering, kann der Metallring nicht mit genug Kraft bewegt werden und bleibt stehen bzw. bewegt sich ruckartig. Ein Nachbiegen der Feder über dem Ringmotor schaffte bereits Abhilfe!

 

Der optische Bildstabilisator besteht aus einem Linsenelement, welches in 2 Achsen durch ein Spulenpaar bewegt werden kann, um Bewegungen des Objektives relativ zum Objekt ausgleichen kann. Die Messung der Drehbewegung wird von Gyrosensoren auf dem Mainboard übernommen.

 

Hier ist der innere Tubus des Canon 17-85, für den Austausch der Blende muss das komplette Objektiv zerlegt werden!

 

Am Schluss steht man vor einem Haufen Einzelteile, die wieder zusammengefügt werden müssen…

 

Nachdem ich alles wieder zusammengebaut hatte (Video immer schrittweise zurückgespult), funktionierte sowohl die Blende, als auch der Autofokus wieder einwandfrei. Hätte ich das Objektiv eingeschickt, würden Kosten von mindestens 250€ entstehen, so habe ich unterm Strich nur die 25€ für die Blende gezahlt, 3 Stunden investiert und Erfahrung gesammelt.

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