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SSDs erfreuen sich in der heutigen Zeit immer mehr Beliebtheit, vor allem sind sie für Gamer und beim Rendern speicherintensiver Filme und Animationen interessant, da diese im Vergleich zu normalen HDDs eine 3-5 Mal so hohe Lese-/Schreibgeschwindigkeit aufweisen.
Solid State Drives sind also die erste Wahl, wenn man etwas schnelleres als Festplatten möchte.

Dieser Geschwindigkeitsschub ist besonders beim Verschieben von großen Dateien, beim Laden aktueller Spieletitel und natürlich beim Booten von Windows und Starten von Programmen deutlich spürbar – kurzum: Der PC läuft insgesamt schneller. Das (fast) einzige was moderne Computer noch bremst, ist tatsächlich die Festplatte, denn die CPU muss anteilsmäßig oft warten, bis die benötigten Datensätze endlich in den Arbeitsspeicher geladen wurden. (PC hängt scheinbar, Festplatte rattert, nach ein paar Sekunden läuft wieder alles normal)

Warum also nicht gleich aus dem Arbeitsspeicher ausführen?

Hinweis: Das Nachmachen der hier gezeigten Anleitung erfolgt auf eigener Gefahr, ich übernehme keine Haftung wegen eventueller Datenverluste/-beschädigungen.

 

Anleitung

Das Programm RAMDisk erstellt eine vollwertige Partition von einem Teil des Arbeitsspeichers, der als normaler Datenträger genutzt werden kann. Das Ganze ist auf 4Gb begrenzt, viel bekommt man also nicht drauf, (Keine Spiele etc.) aber zum cachen von Dateien reicht das allemal.

RAMs sind derzeit die schnellsten Speichermedien, die Werte übertreffen moderne SSDs um mehr als das 10-Fache!

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen einer Ram-Disk und einem normalen Datenträger, wie Festplatte oder SSD. Eine Ram-Disk wird durch Programme und Treiber simuliert, was bedeutet, dass sie erst verfügbar ist, nachdem Windows hochgefahren ist und das Programm RAMDisk gestartet hat.
Also kann man von diesem Speicher nicht booten, während Festplatten/SSDs gleich nach dem Initialisieren des Bios/UEFI einsatzbereit sind.
Auch ist der Ram flüchtig, das heißt ohne Stromzufuhr verliert er seinen Inhalt. Dem entgegenwirken kann man nur durch Sichern der Ram-Disk in einer image-Datei auf der Festplatte.

Nach der Installation erscheint das Programmlayout:

Unter “Disk Size” lässt sich die Partitionsgröße einstellen. Dabei sollte man sich natürlich an der Kapazität des vorhandenen Arbeitsspeichers richten, ich habe momentan 12Gb, da kann man getrost 4Gb entbehren. Dann noch “Unformatted Partition” auswählen.

Weiter geht es mit dem Reiter Load/Save:

Wenn man den Haken bei “Save Disk Image at Shutdown” aktiviert, wird bei jedem Herunterfahren der Inhalt der RAM-Partition auf der Festplatte gesichert – sinnvoll, da der Arbeitsspeicher bekannterweise flüchtig ist, die Daten wären also weg.

Wenn man die Partition dauerhaft nutzen will, sollte man die Load Options auch aktivieren, dann wird die auf der Festplatte gesicherte img-Datei automatisch wieder beim Hochfahren in den RAM-Datenträger geschrieben.

Zu guter letzt noch auf Start RAMDisk klicken und ein Teil des RAMs wird als Datenträger missbraucht. :)

Aber damit ist es noch nicht getan, denn der Speicher ist noch nicht zugeordnet, sprich Windows kann ihn nicht nutzen.

Über die Systemsteuerung wird der Suchbegriff “Festplatte” eingegeben, wodurch man zum Punkt “Festplattenpartitionen erstellen und formartieren” kommt.

Gleich nach dem Öffnen erscheint die Meldung, dass ein neuer Datenträger initialisiert werden kann, was wir mit OK quittieren. Als Partitionsstil MBR (Master Boot Record) angeben!
Dann mit Rechtsklick ein neues Volume erzeugen, eine neues Fenster zur Einrichtung öffnet sich, die Angaben kann man so lassen, oder nach Wunsch ändern.

Das wars auch schon! Der neue Datenträger ist nun fertig eingerichtet und kann beschrieben werden.

 

Benchmarks

Zugegebenermaßen, als ich die Werte des Benchmarks gesehen hab, hats mich fast vom Hocker gehauen. Ich dachte schon, dass der Arbeitsspeicher schnell ist, aber so extrem? :)

7Gb pro Sekunde schreiben, das ist schon nicht übel.
Dagegen erscheinen die Ergebnisse mit meiner Festplatte gähnend langsam…

   HDD:                                                                                            RAM:

 

Praktische Anwendungen der Ram-Disk

Nun gut, als reiner Datenspeicher taugt so eine Ram-Disk wegen der niedrigen Kapazität wenig, auch der Preis pro Gigabyte ist für diese Nutzung nicht wirtschaftlich, Arbeitsspeicher-Riegel sind nicht gerade billig.

Trotzdem gibt es einige sinnvolle Anwendungszwecke, die den PC deutlich schneller laufen lassen.

Darüber hinaus verringert sich die Anzahl der Zugriffe auf die Hauptspeicherlaufwerke (HDD, SSD), wodurch diese geschont werden.

Die Rede ist von den Cache-Dateien, insbesondere die Temp-Verzeichnisse von Windows und Cache-Ordner von Browsern.

Aber auch wer häufig ein bestimtes Programm nutzt und einach die Startgeschwindigkeit und die Performance verbessern will, kann die RamDisk als Installationsort nutzen.

Windows: Temporäre Verzeichnisse

Windows speichert in den temporären Verzeichnissen geöffnete Programmdateien ab, um sie später wieder schneller laden zu können.

Noch schneller und vor allem schonender für die Laufwerke ist es, diese Verzeichnisse auf die Ram-Disk auszulagern:

Schritt 1: Startmenü -> Systemsteuerung – > System und Sicherheit -> System

Auf “Erweiterte Systemeinstellungen” klicken, dann “Erweitert” und auf “Umgebungsvariablen“.

Standartmäßig sieht es so aus:

Die Pfade der TEMP und TMP Variablen auf einen Ordner in der Ram-Disk legen:

Fertig! Die Änderungen werden sofort übernommen und angewandt.

Firefox: Cache Speicherort

Auch Firefox (und andere Browser selbstverständlich auch) speichern offene Websites in Cache-Dateien ab, damit diese beim Wechseln zwischen den Tabs nicht den Arbeitsspeicher zumüllen, aber auch nicht ständig neu geladen werden müssen.

Hier merkt man die extrem hohe Zugriffszeit der Ram-Disk besonders.

Die Vorgehensweise ist ähnlich, hier muss nur ein Pfad geändert/hinzugefügt werden:

Schritt 1: In die Adresszeile about:config eingeben

Schritt 2: In die Suchzeile nach browser.cache.disk.parent_directory suchen

Schritt 3: Falls nicht vorhanden: Rechtsklick -> Neu -> String

Schritt 4: Als Eingeschaftsname browser.cache.disk.parent_directory angeben

Schritt 5: Den Pfad zum Ordner in der Ram-Disk eingeben

Die Größe der Ram-Disk würde ich auf etwa 2Gb setzen (je nach Gesamtspeicher), der Firefox-Cache wird erfahrungsgemäß nicht größer als 350Mb, auch der Windows-Cache bleibt ähnlich groß.

 

Partition löschen

Falls man den Arbeitsspeicher wieder zurückhaben will, auf Stop RAMDisk klicken, die Partition wird entfernt und wieder dem komplett nutzbarem Ram zugwiesen.

Notfalls geht immer: Programm deinstallieren und PC neustarten, dann ist die Partition auch wieder dem Ram zugewiesen.

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