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Einstieg

Bisher bin ich von Blender-Projekten immer zurückgeschreckt, klar, es ist durchaus faszinierend, was man mit diesem (kostenlosen) Programm für grafische Qualitäten in Sachen Animationen und Effekte auf die Beine stellen kann, aber die Bedienung ist wie der Vergleich von Mac OS mit Linux, je mehr man sich mit Blender beschäftigt, desto mehr Möglichkeiten der Optimierung eröffnen sich einem, aber desto unübersichtlicher wird es.
Und auch der zeitliche Aufwand darf nicht unterschätzt werden, da können locker mal 6 Stunden oder mehr am Stück dabei draufgehen, nur für eine “einfache” Kamerafahrt durch eine Graslandschaft. Ist dann alles fertig modelliert, texturiert und animiert, kann es ans Rendern gehen, allein für eine 30-sekündige Minecraft-Szene würde ein Mittelklasse-PC (Intel I7 2600, Nvidia GTX 570) über hundert (!) Stunden rechnen.

Fazit, lohnt sich der Aufwand also nicht? Doch! Und wie! Für den Einstieg habe ich mit einfachen Projekten begonnen, beispielsweise mit der Modellierung des Erdmondes, das Ergebnis war überraschend gut, was sich im Titelbild auch erahnen lässt – und genau darum soll es in dieser Anleitung gehen, wobei ich auf zwei unterschiedliche Wege eingehe, die sich in der Qualität und der Renderzeit, also somit im späteren Anwendungsfall unterscheiden.

 

“Zutatenliste”

Ein paar Sachen gibt es im Vorraus zu beachten:

  • Der PC sollte möglichst eine Rechenleistung vergleichbar mit einem Intel i3 haben – sonst dauert das Rendern recht lange
  • Grobe Vorkenntnisse in Blender wären nicht schlecht (Texturen erstellen, Lampen einstellen)
  • Und eine Mondtextur! (Wer Lust hat die gesamte Oberfläche selbst nachzudesignen, kann das auch weglassen :D )

–> Hier gibt es eine hochauflösende Textur als Download (16k): http://www.celestiamotherlode.net/catalog/moon.php

Das wars auch schon, jetzt ein neues Blender-Projekt starten und los geht’s!

 

 

Schritt-für-Schritt

1. UV-Sphere hinzufügen (80 Segmente, 40 Ringe) –> Shading auf “Smooth” setzen (Linke Werkzeugleiste)

2. Kugel markieren und neues Material hinzufügen (Specular 0; Diffuse 100)

 

3. Im Reiter rechts neben dem Material eine Textur erstellen

Type: Image or Movie

Unter “Image” die Mondtextur auswählen

Mapping –> Projection auf “Sphere”

 

4. Kamera nach Belieben positionieren

Taste 0 (Numpad) um zwischen Kameraansicht in Objektansicht umzuschalten

Kamera markieren und über den Reiter die Einstellungen anpassen (Brennweite usw.)

 

5. Welt einstellen (Horizon Farbe auf Schwarz)

 

6. Lampe markieren, Einstellungen setzen (Energy auf 5)

7. Mit F12 rendern – Das Ergebnis dürfte etwa so aussehen, nicht wirklich ansprechend:

Was fehlt? Bis jetzt haben wir nur eine glatte Kugel, die von einer Punktlichtquelle bestrahlt wird und auf die eine Textur aufgebügelt ist. Das was den Mond so charakteristisch macht, nämlich die Krater, fällt hier auf dem Bild nicht auf, weil es keine Schattenbildung gibt, da ja alles glatt ist.
Das kann man aber ganz einfach mithilfe einer zweiten Textur lösen: Eine Textur (“Bump-Map”), die quasi eine topografische Oberflächenkarte des Mondes ist, gibt für jeden Punkt die Höhe an, je dunkler ein Bildbereich ist, desto niedriger ist dessen Höhe, je heller, desto höher.

Download Bump-map: http://www.johnstonsarchive.net/spaceart/moonbumpmap2.jpg

 

8. Topografische Textur

Also wieder die Kugel markieren und im Reiter Textur eine neue hinzufügen, wieder mit den gleichen Einstellungen (Image, Projection:Sphere)

Bei “Influence” Color deaktivieren und einen Haken bei “Geometry” –> Normal setzen, Wert auf etwa 0.1

Unten bei “Bump Mapping” aus dem Dropdown-Menü “Best Quality” auswählen

Das schaut schon ordentlich aus, perfekt aber immer noch nicht. Will man jedoch nur einen einfachen Mond im Hintergrund zeigen und nicht als Nahaufnahme, reicht das vollkommen aus.

Tipp: Das ganze kann man noch surrealer gestalten, indem man um den Mond eine weitere Kugel platziert (die Kamera muss dabei natürlich mit eingeschlossen sein) und eine Textur der Milchstraße bzw. des Nachthimmels hinzufügt:

 

Und da das ganze als Artikel nicht ganz so elegant ist, mein Versuch, dieses Tutorial als Video zu verpacken:

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